Wenn jemand am Boden liegt, soll man ja nicht... Aber die helfende Hand muss man auch nicht immer ausstrecken, zumal der 1. FC Kaiserslautern ja genügend Angebote der Unterstützung erhält. Meist von Ehemaligen, die des Pfälzer Dialekts mächtig sind und deshalb als Identifikationsfigur für einen Verein dienen können, den wahrscheinlich kein Andersdenkender verstehen kann und wahrscheinlich auch nicht verstehen soll.
Unter Präsident Jäggi wirkte der FCK in den letzten Jahren wie ein marodes aber ziemlich uninteressantes Mittelstandsunternehmen, das irgendwie auf Vordermann gebracht werden soll. Doch der Schweizer konnte zwar alle seine Entscheidungen und am Ende auch seine eigene Entlassung eloquent verkünden, das Wesen der Lauterer Seele konnte er nicht verändern. Jäggi hat alles saniert, was in seine Finger kam, aber die Krankheit des 1. FC Kaiserlautern heilt man nicht mit einer ausgeglichenen Bilanz.
Jetzt wird der Club an seinen Stammplatz am Stammtisch zurückkehren. Der lauteste aller Ex-Lauterer Mario Basler trifft mit seinen hanebüchenen Parolen und Halbweisheiten mitten ins Lauterer Herz. So wie Basler mit seinen Gegnern umgeht, so verfahren viele Fans am Betzenberg mit dem Spieler der Gastmannschaft, wenn er sich vor Schmerzen auf dem Rasen krümmt.
Wenn nicht der relativ besonnene Wolfgang Wolf ein kleines Wunder vollbringt, dann wird in Kaiserslautern bald wieder alles so sein, wie es einmal war. Nach außen heißt dann die Devise Einschüchtern - solange bis der Schiedsrichter doch noch für die Roten Teufel den Elfmeter pfeift. Nach innen gilt das Prinzip Einstecken, denn bevor der DFB einem Traditionsverein wie Lautern die Lizenz entzieht, kann man noch unzählige Steuertricks anwenden, mit deren Erträgen es sich auch nach dem sportlichen Abstieg prima leben lässt.

