Neun Stunden und 45 Minuten. Manchmal arbeite ich exakt so lange. Ich versuche, so gegen zehn Uhr im Büro zu sein, checke meine Mails, beantworte Einige, trenne lesenswerte Post von Werbemüll und Rechnungen, surfe mal beim Kicker vorbei, kurz zu Spiegel-online und dann in die Torfabrik. Advocaat ist noch im Amt. Dann ist es halb zwölf. Vielleicht schreibe ich eine Kolumne. 12 Uhr. Ich telefoniere mit Florian, Sascha und manchmal mit der netten Frau von der Sparkasse. Aber nur, wenn sie anruft. Um eins gehe ich mit Arne rüber zum Toscanini. Wir essen. Ich trinke einen Kaffee, Arne keinen. Nach dem Mittagessen schreibe ich an einem Konzept für ein Webfeature, stimme das Torwort-Plakat mit Wolfram ab und ärgere mich über die Absage eines Autors. Weil ich mich ohnehin ärgere mache ich kurz die Steuervoranmeldung fertig und bin dann noch mal für ein Stündchen in der Torfabrik. Dick ist immer noch Trainer. Ich schicke noch ein paar Mails raus und checke den Kontostand online. Morgen ruft die lustige Frau von der Stadtsparkasse wieder an. Dann ist es halb acht und ich schreibe an einem Artikel, den ich dreißig Minuten später wieder lösche. Um viertel nach acht fahre ich nach Hause. 585 Minuten Arbeit, mit guten Ansätzen, mit schwächeren Passagen. Aber eben ohne Torerfolg. Gott sei Dank verhält die Presse sich ruhig. Auch ich bleibe entspannt. Dann schlage ich zu. Dreimal gegen Schalke.
Am nächsten Tag trinke ich einen Kaffee und drücke die erste Zigarette aus. Schon seit 14 Minuten habe ich nichts getroffen.


