Dank der netten aber doch ein bisschen zu präsenten Werbekampagne der ARD wissen wir jetzt, dass Hölle nur noch ein anderes Wort für Winterpause ist. Wir wissen es, und melden dennoch direkt unsere Zweifel an.
Früher waren Winterpausen tatsächlich mal eine ganz besonders trübe und traurige Zeit. Der Winter pausierte ja nicht, sondern man musste sich stetig mit ihm auseinandersetzen. Und auch an den Wochenenden gab es eben keine fußballerische Möglichkeit den Grauschleiern über der Stadt zu entfliehen. Und jeder Hallenkick wirkte nur wie ein Foto, das schöne Erinnerungen weckt.
Heute aber haben sich Winterpausen grundlegend gewandelt. Die ersten Wochen im Januar sind zur Einkaufs-Erlebniswelt, zu einem echten Shopping-Spektakel mutiert. Gestandene Männer ähneln auf einmal den weiblichen Stammgästen auf der Kölner Ehrenstraße. Fußballspieler werden gekauft und ausgeliehen. Gute und günstige sind dabei, Hauptsache, man wird noch einmal „aktiv“. Und Vereine, die nicht bis zum Ende dieses Monats auf dem Transfermarkt zuschlagen, wirken so, als hätten sie den Zug der Zeit verpasst. Ob man gleich wie Borussia Mönchengladbach anfangen muss, belgische Nationalspieler wie Briefmarken zu sammeln, ist eine andere Frage. Aber in einer Woche wird es dann eh wieder nur noch um Gerüchte und nicht mehr um Geschäfte gehen.
Gespielt wurde an diesem Wochenende auch schon wieder, mit normalen Ergebnissen in der ersten Liga und spektakulären in der zweiten Liga. Aber das alles steht im Schatten des Skandals, der ans Licht gekommen ist. Der Schiedsrichter Robert Hoyzer soll Spiele manipuliert haben, und noch weiß niemand, ob es sich dabei um eine Tatsache, einen Einzelfall oder die Spitze eines Eisbergs handelt. Der DFB ermittelt jedenfalls und tut dabei so als sei er eine ganz besondere Spezialeinheit der Polizei. Immerhin – vielleicht hilft es, wenn sich Menschen mit der Materie beschäftigen, die genau wissen wie man "Klüngelei" buchstabiert.
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