Und wer froh ist, ist ein König. Wenn das Leben nur so einfach wäre. Denn dieser Tage erweist sich, dass es schon einiges mehr braucht, um ein echter König zu sein. Schon über die alten Monarchen im Mittelalter wurden ja die wildesten Geschichten erzählt, doch die Könige der Neuzeit sind noch mal ein ganz anderes Kaliber.
Der „King“ - das war bis in die 70er, der große Elvis Presley. Ein Mann, dem man musikalisch bis heute nur wenig vorwerfen kann. Ein Mann, der unglaublich gut tanzen konnte, ohne sich großartig von der Stelle zu bewegen - vielleicht wirkte er auch deshalb später ein wenig unbeweglich. Vor allem aber wirkte er später untröstlich, seine Sucht galt nicht mehr Ruhm und Musik sondern dubiosen Medikamenten. Und am Ende war Elvis nicht nur ein großer Held sondern auch eine tragikkomische Gestalt.
Der nun allerorten als legitimer Nachfolger von Elvis bestätigte Michael Jackson, auch das Ende seines Lebens war wohl von Medikamenten geprägt, und auch in seinen letzten Jahren gab er sich eher merkwürdig als majestätisch. Wie Elvis konnte Jacko fantastisch tanzen – allerdings rückwärts, obwohl es aussah, als würde es vorwärts gehen. Moonwalk nennt man das heute. Seitdem Könige sich nicht mehr nur im Thron fläzen, schärfen sie ihr Profil mit ganz speziellen Bewegungen.
Diesen Versuch unternimmt auch der kürzlich von der Presse zum König unter den Königlichen berufene Cristiano Ronaldo. Was den 94 Millionen-Mann außer seinem Wechsel zu Real Madrid königlich macht, bleibt noch völlig unklar, aber eine Art Tanz führt auch er immer wieder auf. Wenn er auf dem Spielfeld zum Freistoß anläuft, weinerlich lamentiert oder arrogant reklamiert. Mit seinem Gehabe und mit seiner grotesken Art versucht Ronaldo, königlich zu sein - nur mit seiner Lebensleistung hinkt er den musikalischen „Kollegen“ noch weit hinterher.
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