Noch nie hat eine Meisterfeier so sehr nach einem Autokorso geschrien wie in Wolfsburg. Aber darüber hinaus hatte der letzte Bundesliga-Spieltag noch ein paar spannendere Gewinner und Verlierer zu bieten.
Als Gewinner dürfen sich auf jeden Fall die Hannoveraner Spieler fühlen. Als der gestrige Torschütze Sergio Pinto mit seinen Kollegen dem unwürdig verabschiedeten Kollegen Michael „Tanne“ Tarnat mit einem choreographisch hoch interessanten Tanz um dessen Trikot huldigte, berührte das nicht nur die Herzen einiger VW-Angestellter sondern auch vieler langjähriger Fußball-Fans. Momente wie diese, in denen der Fußball sein Wesen als reine Geldmaschine zu vergessen scheint, sind eben mittlerweile rar gesät. Deswegen war der zweitschönste Moment gestern auch der Abschied von Matthias Scherz in Köln, der dort nicht wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten sondern einfach nur wegen seiner unverwüstlichen Vereinstreue zur Kultfigur geworden ist.
Und dann gab es zum Abschluss dieser Saison neben Dortmund, Bielefeld und Berlin noch einen Verlierer, der wohl bald seinen Namen ändern wird. Nein nicht Hoffenheim ist gemeint, sondern der Bezahlsender Premiere, der ja irgendwann Sky heißen soll. In der Schlussphase der Konferenzschaltung gelang dem Sender das Kunststück, mehr über den bedeutungslosen „Sommerfußball“ in der Allianz-Arena zu berichten als über die teils dramatischen Wendungen in Mönchengladbach und Frankfurt. Die einzige Last Minute-Entscheidung des Spieltages, der Einzug des Hamburger SV in den Europapokal, wurde bei Premiere zur Randnotiz degradiert. Gelungene Eigenwerbung sieht anders aus, die ist dem großen Autokonzern aus Wolfsburg in dieser Saison besser geglückt.
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