Ja, die Meister-Liga! Ein tolles Event, wird hochgejazzt bis zum Gehtnichtmehr. Dolle Experten wie Marcel Reif, Matthias Sammer und Marco Bode. Künstler wie Giggs, Drogba, van Persie. Aber ist sie auch wirklich so geil? Ich finde nicht. Schon wieder haben die gleichen Teams das Semifinale erreicht: Arsenal, Man Utd, Chelsea, Barça. Fast zumindest. Letztes Jahr waren es Barça, Chelsea, Man Utd und Liverpool. Immer der gleiche Brei! Gähn. Das ist ungefähr so, wie wenn der Italiener um die Ecke das ganze Jahr nur vier Gerichte anbietet: Spaghetti Bolognese, Penne Arrabiata, Pizza Margerita, Insalata Mista. Aus.
Ich kann den Edwin van der Sar nicht mehr sehen! Der schimmelt langsam. Schon vor zwölf Jahren bei Ajax hat der genervt. Auch Ferdinand und Tevez brauche ich nicht. Die Königsklasse ist eine geschlossene Veranstaltung geworden. Und damit kotzlangweilig. Wenn Porto, eine spielerisch wirklich herausragende Mannschaft, es nicht schafft, im eigenen Drachenstadion ein Tor gegen Rooney & Co. zu erzielen, dann macht es keinen Spaß mehr. Ich will mal was anderes sehen, was Überraschendes, irgendwas Frisches: Canneloni mit Ricotta, Tramezzini al tonno oder Ciambotta.
Wieso kann nichtmal der AS Rom mit Francesco Totti ins Halbfinale kommen oder Fenerbahce? Oder der PSV Eindhoven. Ja, das Geld, ich weiß. In der Premier League kriegt ein Nationalspieler 70.000 Pfund die Woche, anderswo sind es nur 20.000 Euro. Aber trotzdem: es muss doch mal ein Klub einbrechen in diese Phalanx der Insel-Kolosse. Momentan jedenfalls ist diese Luxus-Klasse gar nix, eine absolute Nullingerparty. Die Champions-League hat das Sampras-Syndrom.
Schönen Gruß an die Uefa, aber dritte Liga ist spannender! Erzgebirge Aue und Eintracht Braunschweig sind interessanter als der dröge FC Barcelona, der noch nichtmal richtige Fans hat. Nicht einen Ultra haben die. Union Berlin ist prickelnder als die Millionario-Truppe von Hiddink. Ich gucke mir am Samstag ein Topspiel an: SpVgg Unterhaching – Kickers Offenbach. Torjäger Anton Fink ist mir lieber als Van der Sar, ein 38 Jahre alter Torwart, der seit 17 Jahren (!) auf der Mattscheibe auftaucht und den ich schon gefühlte 157 Mal im Fernsehen gesehen habe.
Man weiß ja leider jetzt schon wie das Halbfinale ausgeht. Sehr traurig ist das für den Fußball. Manchester haut Wenger weg und die Effizienztruppe von der Stamford-Bridge eliminiert die Kurzpasszwerge Xavi und Iniesta, weil die immer noch von ihren 33 Glanzminuten gegen den FC Dusel träumen. Wer dann im Mai erneut Champions-League-Gewinner wird, muss ich wohl nicht voraussagen. Oder glaubt noch jemand, dass Michael Ballack ausnahmsweise mal ein großes Finale gewinnt?
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