Footage - Magazin für Fußball und Popkultur



09.02.2012 02:47:01

Twix soll wieder Raider heißen

In den letzten Wochen können einem Fan des 1. FC Köln Gedanken kommen, die ohnehin tief in ihm verankert sind. Aber irgendwie scheint etwas passiert zu sein, was diese Gedanken zwar nicht vollkommen bestätigt, sie aber auch nicht mehr als absolutes Hirngespinst erscheinen lässt – ein Hirngespinst, wie mit Trainern und Spielern aus der Schweiz auf Erfolg zu hoffen. Man traut es sich kaum auszusprechen, denn es könnte zu bald wieder vorbei sein. Besonders die vergangenen zehn Jahre haben dies jedem FC-Anhänger mehr als einmal in sein Fußball-Gedächtnis eingebrannt. Traue keiner guten Leistung länger als bis zur nächsten Woche. Nun dauert diese gute Leistung schon drei Spiele an. Statistiker erlebten dies beim 1. FC Köln zuletzt vor acht Jahren. Damals wurden die Stadionwürstchen übrigens noch in D-Mark bezahlt und der 11. September war lediglich Namenstag für alle, die Helga heißen.

Der Fußball-Fan schaut ja bekanntlich gerne zurück, der FC-Fan noch viel weiter, da dort die Erfolge zu finden sind. Man möchte sich die Hand vor Augen halten und noch nicht mal durch die Finger linsen, wenn man sich an den FC vor nur einem Jahr erinnert. Knallhart aufgeschlagen im zweiten aufeinanderfolgenden, ungeplanten und insgesamt sechsten Jahr in der Zweitklassigkeit liegt der 1. FC Köln am achten Spieltag als Favorit nach 20 Minuten beim Außenseiter Wehen Wiesbaden mit 2:0 in Führung. Alles weitere sind schmerzvoll enttäuschende aber auch schon fast gewohnte Bilder aus zehn Jahren Kölner Unbeständigkeit. Ach so, der FC belegt übrigens nach diesem Spiel gegen Wehen Wiesbaden den neunten Tabellenplatz hinter Koblenz. Und jetzt? Ein Jahr später? Erste Bundesliga, neunter Platz, aber vor Bremen und Bayern. Insgesamt stellt der Saisonstart den besten seit zwölf Jahren dar – damals kannten sich David Beckham und Victoria noch nicht mal. Sollen die Zeitsprünge, die der FC-Fan zurückdenken muss, um ein wohliges Gefühl in der Magengegend zu bekommen, jetzt etwa verkürzt werden? Gute Erinnerungen an den FC nach dem Tod von Falco?

Mit dem Auswärtssieg gegen Mönchengladbach endete eine langjährige Durststrecke, was einen FC-Sieg am Niederrhein betrifft. Genau wie vor 16 Jahren konnte Gladbach eine FC-Führung noch in der ersten Halbzeit ausgleichen. Im zweiten Spielabschnitt erzielte der 1. FC Köln dann den Siegtreffer.
Nach exakt diesem Schema verlief der letzte Sieg des FC nicht ganz so weit den Rhein hinunter. Und auch nicht ganz so lang ist es her – lediglich etwa zwölfeinhalb Jahre. Sollte Leverkusen also am kommenden Samstag eine Führung des 1. FC Köln bis zur Pause ausgleichen können, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung, denn das Schicksal weiß, was in der zweiten Hälfte passieren wird.
Ob nun der vierte Sieg in Folge eintrifft oder nicht, die vergangenen Leistungen machen Hoffnung auf eine bessere Zukunft, wenn man den Geißbock im Herzen trägt. Als der Anhänger des 1. FC Köln zuletzt optimistisch nach vorne sah, leiteten ebenfalls Christoph Daum und sein Co Roland Koch die Trainingseinheiten am Geißbockheim, aber damals hieß Twix noch Raider...


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Autor: Frederic Latz

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