Während man als Normalsterblicher darauf wartet, welche Folgen das noch ungekrönte Wort des Jahres „Finanzkrise“ auf das tägliche Leben hat, geht es rund um das deutschen Fernsehen und den deutschen Fußball hoch her.
Das laut Ulrich Wickert „beste TV der Welt“ und der Deutschen liebstes Kind, die deutsche Nationalmannschaft, sehen sich mit Querulanten konfrontiert.
Marcel Reich-Ranicki und Elke Heidenreich schimpfen wie die Rohrspatzen und verkennen ganz offensichtlich die Qualität von Formaten wie „Bauer sucht Frau“ oder „Popstars“. Kevin Kuranyi und Torsten Frings machen nicht so viele Worte, weil Worte auch nicht unbedingt zu ihren Stärken zählen, aber sie verstoßen gegen eine seit jeher sehr beliebte Tugend in diesem Land – gegen die Disziplin.
Es gab viele Stimmen, die den Rausschmiss Kuranyis aus der Nationalelf beklatscht haben, schließlich hat der Schallker Stürmer Kuranyi nicht nur die Kameraden im Stich gelassen, es war wirklich in einigen Medien von Fahnenflucht die Rede, sondern auch oft limitierte fußballerische Fähigkeiten zur Schau gestellt. Das haben allerdings viele deutsche Nationalspieler vor ihm auch schon gemacht, wenn man sich nur mal kurz an Kollegen wie Hrubesch, Brehme, Briegel oder Wörns zurückerinnern mag.
Torsten Frings ist noch nicht zurückgetreten, aber schon jetzt werden seine Gedanken an einen möglichen Abschied aus dem DFB-Team verurteilt. Zusammen mit Kuranyi wird Frings in die Schublade der beleidigten Leberwürste einsortiert. Ganz nüchtern betrachtet haben aber beide Spieler eigentlich nur Gefühle gezeigt und ihre Meinung gesagt. Vielleicht haben sie ein wenig Souveränität vermissen lassen. Aber wie souverän, wie weise wäre es, wenn man Disziplin mal Disziplin sein lässt und sich einfach nur über vielleicht nicht ganz einfache aber dafür sehr eigene Persönlichkeiten im deutschen Fußball freut.
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