„Ein Trainer ist nicht ein Idiot“, hat der gute Giovanni Trappatoni einst in seiner legendären Volksbelustigung gesagt und die Meinungen über den Wahrheitsgehalt seiner Aussage dürften je nach Lieblingsverein weit auseinander gehen.
Was Trainer aber bestimmt nicht mehr sind, ist das, was sie früher einmal waren. Schon wieder beflügelt der Fußball wehmütige Erinnerungen, fast fühlt man sich ein bisschen albern dabei, aber was soll man machen, wenn einem nichts anderes übrig bleibt.
Früher waren Trainer Entertainer, Zampanos. Sie schwadronierten wie Dragoslav Stepanovic, schwiegen wie Ernst Happel oder palaverten wie Hennes Weisweiler.
Vor dieser Saison sorgten die Übungsleiter der Bundesliga für dicke Schlagzeilen, ohne dass sich dahinter schon eine Story verbarg. Was für eine Liga mit so vielen Newcomern (Rutten, Jol, Klinsmann, Labbadia) und Rückkehrern (Daum, Rangnick, Klopp). Man erwartete viel von den Männern an der Seitenlinie und fühlt sich mittlerweile wie Estragon und Wladimir im berühmten Theaterstück von Samuel Beckett.
Die Niederländer Fred Rutten und Martin Jol wirken so zahm wie die Bewohner eines Streichelzoos. Das Punktekonto ihrer Teams hat sich zwar gut gefüllt, aber innovativer Fußball ist nicht der Grund dafür. Jürgen Klinsmann wirkt einfach fehl am Platz und Bruno Labbadia sorgt mit seiner Mannschaft zwar für viel Begeisterung auf dem Platz, er selbst wirkt aber manchmal so nüchtern wie die Leverkusener Fußgängerzone mitten in der Nacht.
Und die Rückkehrer? Bei Ralf Rangnick hat man bei fast jedem Interview den Eindruck, er könnte gleich beleidigt sein, Jürgen Klopp sammelt seine Sympathiepunkte vor allem, weil er nicht mehr als Fernsehexperte für das ZDF auftritt. Von Christoph Daum gibt es zwar noch den ein oder anderen Spruch, aber in die Geschichte geht wohl keines seiner letzten Zitate ein.
Natürlich muss man Trainer nur nach ihrer Leistung bewerten, es keimte halt nur die Hoffnung nach ein wenig mehr Spektakel auf, als diese Spielzeit begonnen hat.
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