Wann hat man eigentlich zuletzt gehört, dass eine Bundesliga-Mannschaft von Ihren Fans zum Sieg getrieben worden ist? Muss lange her sein. Heute ist man schon froh, wenn Reporter bemerken: „Jetzt ist auch die Kulisse da.“ So als hätten sich endlich ein paar Schaulustige zusammen gefunden, um sich das Treiben der Fußballer da unten zusammen anzusehen.
In der Tat erinnert die Stimmung in den Stadien mittlerweile manchmal an einen Theaterabend, bei dem ein bisschen zu laut getuschelt wird, aber gut immerhin keine „italienischen Verhältnissen“. Zumindest in der Bundesliga und trotz der Ereignisse in Frankfurt. Nur, ohne die Aktionen der Nürnberger Randalierer verteidigen zu wollen: Das eine oder andere bengalische Feuer in der Fankurve hat immer noch mehr mit Fußball zu tun als jede Business-Loge.
Die Spieler auf dem Rasen scheinen sich indes ohnehin vor allem für einzelne Besucher im Stadion zu interessieren. Wenn man Oliver Kahn glauben darf, hat der FC Bayern sein UEFA-Cup-Heimspiel gegen den spanischen Club FC Getafe vergeigt, weil Jürgen Klinsmann die Chuzpe hatte, sich die Partie live in der Allianz-Arena anzusehen. Wenn das so einfach wäre. Schicken wir doch einfach zum nächsten Bayern-Spiel Olli Kahns Friseur, seinen Bäcker und seinen letzten Flirt aus dem P1 vorbei – wahrscheinlich werden ihn die auch alle vom Spiel ablenken und er lässt endlich mal fünf oder sechs Dinger rein.
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