Bislang haben über eine Million Menschen die Spiele der Zweiten Bundesliga besucht – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Liga zieht. Kein Wunder, wenn Mannschaften aus Gladbach, Aachen, Köln, Mainz, Kaiserslautern oder Freiburg mitkicken. Kloppo, Diego Buchwald und sogar der Mittelkreis-Bräutigam aus Köln sind eben echte Attraktionen. Warum die aufregendste deutschen Liga während einer englischen Woche allerdings zu wahrhaft unchristlichen Anstoßzeiten stattfindet, weiß kein Mensch.
Fußball an einem Wochentag um halb sechs Nachmittags ist ungefähr so cool wie Durchfall im Freibad. Abgesehen davon, dass es keinen Spaß macht: Jeder normal arbeitende Mensch schafft es nur mit allergrößten Schwierigkeiten oder eben mit einem halben Tag Urlaub im Gepäck rechtzeitig ins Stadion. Selten hat man in Köln oder Aachen kurz vor den Spielen dieser Woche so lange Schlangen an den Stadiontoren gesehen.
Richtig einfältig ist es, das Ganze damit zu begründen, dass die Bundesliga mit Spielen wie Hertha gegen Rostock oder Bielefeld gegen Hannover nicht der Konkurrenz aus Liga Zwei ausgesetzt werden soll. Nichts gegen die genannten Vereine oder Spiele. Aber: Welcher Aachen-Fan fährt tatsächlich mit dem Fuß in der Ölwanne nach Hause um dort live und in Farbe Frank Pagelsdorfs Truppe die Daumen zu drücken? Welchem Köln-Fan ist es nicht völlig egal, dass nach dem Spiel gegen Freiburg noch die Möglichkeit besteht die Bayern gegen Cottbus zu sehen?
Wie auch immer. Grundsätzlich zeigt sich an der Ansetzung des Spieltags ein Mal mehr: Bundesliga-Fußball ist in den Augen vieler Liga-Organisatoren mehr TV-Event als Stadionerlebnis. Da gilt es straff zu organisieren. Und zwar so, dass alle Spiele reibungslos nacheinander stattfinden können. Erst recht wenn es um aufregenden Fußball geht – eben dem in der 2.Bundesliga.
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