Von diesem Bundesliga-Wochenende habe ich nur die zweite Halbzeit der drei Zweitligabegegnungen am Freitag mitbekommen. Die Konferenzschaltung bei Premiere ohne Ton allein in einer Hamburger Kneipe. Manchmal ist es merkwürdig, wenn man als Fan des 1. FC Köln auf einmal im hohen Norden lebt.
20 Jahre lang war ich in Köln zuhause, wo mich der FC auf Schritt und Tritt begleitet hat. Wenn ich ihn kurz vergaß, haben mich die Zeitungen oder befreundete Fans schnell an ihn erinnert. Und dann haben sich auch noch die Fans anderer Vereine bei mir beschwert, dass in Köln so viel über den FC geschrieben und geredet wird.
Hier in Hamburg habe ich beim Auftaktsieg gegen St. Pauli die Arme während meiner verhaltenen Torjubel in einer überfüllten Bar schnell wieder fallen lassen und dann ein paar böse Blicke auf meiner Brust gespürt. An diesem Wochenende habe ich mir nur vorgestellt, was Christop Daum nach Spielschluss sagt. Die Kommentare der Reporter habe ich exklusiv in meinem Kopf gehört. Beides klang bestimmt besser als die Wirklichkeit.
Es ist eigentlich ganz schön und so, als ob jemand den Stecker gezogen hat. Auf einmal findet mein Verein so leise wie ein Tagtraum statt. Ohne lautes Getöse, vielleicht mit ein bisschen weniger Kraft, aber immer noch mit sehr viel Leidenschaft.
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