Obwohl die beiden ja schon lange keine Spieler mehr sind, fallen mir bei Uli und Dieter Hoeneß direkt zwei Spielszenen ein. Ulis verschossener Elfer im EM-Finale 1976 und die blutigen Turban-Tore von Dieter im Pokalfinale 1982.
Nach der aktiven Karriere prägten die Hoeneß-Brüder das Fußballgeschehen als Manager. Uli galt bis vor kurzem sogar als oberste Instanz in seinem Job. Der Erfolg des FC Bayern München war vor allem auch ein Erfolg des Wurstfabrikanten aus Ulm. Doch der Fußball hat sich verändert, und die Hoeneßsche Taktik funktioniert nicht mehr. Die talentiertesten Spieler der Bundesliga werden immer noch mit viel Geld zum FC Bayern gelockt, die Konkurrenz wird geschwächt, und das ist das ganze Konzept. Der gewünschte Erfolg bleibt aber aus, nur Uli Hoeneß glaubt unbeirrt weiter an die heilende Kraft der finanziellen Muskulatur. Den richtigen Zeitpunkt für seinen Abschied scheint er zu verpassen. Diese Probleme mit dem richtigen Timing hat auch sein potentieller Nachfolger Oliver Kahn.
Dieter Hoeneß war als Manager von Hertha BSC Berlin nicht annährend so erfolgreich wie sein Bruder. Trotz beachtlicher finanzieller Möglichkeiten konnte er bis dato keine Titel mit dem Hauptstadt-Club gewinnen. Im Gegenteil: Hoeneß hat mit seiner selbstherrlichen Mentalität dafür gesorgt, dass nur wenige Fans mit der alten Dame Hertha flirten wollen. Hertha gilt als arrogant und überheblich, selbst in Berliner Fußballkneipen werden die Tore des Vereins oft eher beklatscht als bejubelt.
Dieter und Uli Hoeneß ahnen ihr Scheitern noch nicht. Bisher sind sie nur manchmal beleidigt, wenn der eigene Club in der Krise steckt. Aber wenn beide so weitermachen wie bisher, haben die Gebrüder Hoeneß schon bald den Blues.


