Ich weiß nicht, wie oft mir nachts schon diese blonden Fee begegnet ist. Die, die mich immer vor die Wunsch-Wahl stellt: Schäferstündchen mir ihr oder den perfekten Stürmer für meinen Verein. Schlüssig, dass ich immer und immer wieder sage: Günstig muss er sein, eine eingebaute Torgarantie muss er haben und meinen Verein, den muss er auch ein bisschen lieb haben. Erfahrungsgemäß wache ich genau in dem Moment auf, wenn sich die kleine Zauberin wieder die Schultern bedeckt und mit ihrem Zauberstab fuchtelt, um mir diesen Stürmer aufzutischen.
Wie klasse muss es eigentlich im Moment sein, Freund vom VfL Bochum zu sein. Die leben gerade meinen Traum. Kurz nach Saisonstart leisten die sich irgendeinen namenlosen Griechen für einen nicht nennenswerten Betrag. Der Typ trägt die Haare bis in den Nacken und vorne ein bisschen kürzer. Nicht mal gelächelt über den Einkauf habe ich damals. War mir völlig egal. Was sollte schon so ein Pimpf, der auch noch Theofanis heißt, in der Bundesliga? Was der da sollte? Tore schießen und zwar am Fließband. In gerade mal 25 Spielen macht der Mann 14 Nüsse und denkt gar nicht dran damit aufzuhören. Und was haut der auch noch im Interview mit Deutschlands Fußball-Gazetten raus. Dem VfL sei er dankbar und wegen ein paar Mark würde er sicher nicht den Verein wechseln. Verdammte Hacke! Was soll das denn? Das war doch mein Kino. Meins und nur meins.
Und wenn dieses blonde Luder demnächst irgendwann zwischen vier und sechs Uhr morgens mal wieder bei mir auftaucht, soll sie bloß das Beischlaf-Gequatsche lassen. Ich will einmal Gekas komplett bitte – und zwar das volle Bochumer Programm!


