Auch heute noch hat man den Eindruck, als würde man eine kleine Ordnungswidrigkeit begehen, wenn man nicht in die allgemeine Euphorie rund um die deutschen Handball-Weltmeister einstimmt. Doch kümmern wir uns trotzdem um den Fußball.
Dort hat Schalke 04 in der Bundesliga die Tabellenspitze erobert. Ohne dass man es so recht erklären kann, haben die Königsblauen Bremer und Bayern hinter sich gelassen. Zahlen lügen nicht, aber wenn man das aktuelle Zwischenresultat begründen will, fallen einem kaum Argumente ein.
Der Schalker Spielmacher Lincoln setzt manchmal ein Glanzlicht und Kevin Kuranyi schießt manchmal ein Tor. Aber ansonsten stehen die meisten Schalker Spieler für eine gesunde Qualität, die zwar Respekt einflössen aber keinen Glanz verbreiten kann. Und die Herren Slomka und Müller an der Seitenlinie bleiben noch im größten Jubel unscheinbar.
Der Aufstieg der Königsblauen wirkt in seiner kühlen Effektivität gespenstisch - so wie der neue Schalker Hauptsponsor Gazprom. Mitfiebern mag man mit den Knappen nicht, aber den Titel können sie natürlich gewinnen. Nur von der Meisterschaft der Herzen sind sie meilenweit entfernt.

