Es gab Zeiten da waren graue Mäuse eine feste Konstante in der Fußball-Bundesliga. Insbesondere der VfL Bochum und der MSV Duisburg standen für eine Gattung, die in den letzten Jahren vom Aussterben bedroht zu sein schien.
Zuletzt schien es despektierlich und politisch nicht ganz korrekt zu sein, von „grauen Mäusen“ zu sprechen. Die steigende Popularitätskurve des Fußballs allgemein bewirkte, dass jeder Kleine, der sich im Konzert der Großen behaupten konnte, eine gewisse Ausstrahlung besaß.
Doch in dieser Saison kommt einem der Begriff „graue Maus“ unweigerlich wieder in den Sinn, und das obwohl Mannschaften wie Arminia Bielefeld, der VfL Wolfsburg oder Energie Cottbus mit überraschend guten Platzierungen für die Farbtupfer in der höchsten deutschen Spielklasse sorgen könnten. Doch diesen Mannschaften fehlt nun der Glanz der Anderen, an dem sie teilhaben könnten.
In dieser Spielzeit wirken selbst vermeintliche Spitzenteams erstaunlich blass. Über allem thront Werder Bremen, aber schon die jungen, wilden Verfolger aus Stuttgart gebärden sich eher brav, der Vierplatzierte aus Berlin verfügt über das Charisma eines Bundesbahnschaffners, die Fröhlichkeits-Fanatiker aus Mainz haben das Lachen verlernt und der große Bayern München verliert daheim gegen Hannover 96.
Wenn es so weitergeht, kann nur der amüsant grantelnde Uli Hoeness verhindern, dass man eines Tages auch noch beim Rekordmeister an graue Mäuse denkt.

