Der Spitzenreiter Werder Bremen macht Spaß, aber eine Sammlerleidenschaft für bemerkenswerte Ereignisse hat die Bundesliga auch nach dem achten Spieltag nicht entwickelt. Bemerkenswert ist eher, dass bestimmte Dinge noch nicht geschehen sind.
So hat es bisher nur einen Trainerwechsel gegeben, obwohl die Liste der unzufriedenen Vereine mindestens so lang ist wie die Liste der schwer nachvollziehbaren Lobeshymnen, die in den letzten Tagen auf Michael Schumacher gesungen worden sind.
Ob es ein Trend ist länger an Trainern festzuhalten, obwohl die Ergebnisse nicht „stimmen“, lässt sich noch nicht sagen. Aber es gab Zeiten in der Bundesliga, in denen Übungsleiter wesentlich schneller als heute vor die Tür gesetzt worden sind.
Vielleicht schauen die verantwortlichen Manager und Präsidenten derzeit mit einer Mischung aus Skepsis und Hoffnung nach Stuttgart. Dort sitzt der erstaunlich unscheinbare Armin Veh momentan so sicher Sattel wie ein erfahrener Dressurreiter. Dabei konnte man noch vor Wochen keine müde Mark gewinnen, wenn man darauf gewettet hätte, dass sich Veh bald wieder einen neuen Verein suchen muss. Und heute? Heute müssen sich viele Experten fragen, ob sie ihre Prophezeiungen bezüglich des Hamburger Coachs Thomas Doll nicht besser für sich behalten hätten. Denn vielleicht ähnelt dessen Geschichte bald verblüffend der von Armin Veh.

