Vor zwei Wochen hatte ich Geburtstag und mein Vater konnte es nicht mehr ertragen, mich am Wochenende ohne Bundesliga zu sehen. Also schenkte er mir ein Arena-Abo für ein Jahr. Ich freute mich mächtig und war guter Dinge. Was ich allerdings nicht wusste: Neben den Herren Brdaric, Schlaudraff und Kahé schenkte mir mein alter Herr damit auch Günther Koch. Und Freunde: Dessen Kommentar ist alles andere als ein Geschenk!
Als Radiomann hat es Günther Koch in der Tat zu ansehnlicher und verdienter Größe gebracht. Legendär sein flehender wenn auch wenig neutraler Ausruf aus dem Jahr 1999, als er sich „vom Abgrund“ meldete, um den Abstieg seines Lieblingsvereins aus Nürnberg über den Äther zu schicken. Der FCN befindet sich schon länger nicht mehr an selbigem – Herr Koch allerdings schon. Denn aus irgendeinem schrägen Grund ist der Franke zum Fernsehen gewechselt – zu Arena eben. Und da treibt er nun unschuldige Abonnenten in suizide Abgründe. Wer letzten Samstag das Spiel Bayern München gegen Alemannia Aachen verfolgte, war Koch hoffnungslos ausgeliefert. Er sprach hemmungslos Spieler- und Trainernamen falsch aus, reihte Fehlprognose aneinander als gäbe es kein Morgen und schmückte Gesehenes in Bilder, die man selbst im exzessiven Drogenrausch nicht nachvollziehen könnte. In der einen Minute malte er düstere Szenarien zur Zukunft des FC Bayern, um die Pizzaros und van Bommels nach ihren Toren psychedelisch zu feiern. Die einzelnen Fauxpas waren derartig gewaltig, dass der geneigte Beobachter komplett den Überblick verlor. Beinahe strafbar die Koch´sche Diagnose zum Aachener Rechtsverteidigers Sergio Pinto. Dem unterstellte Koch nämlich, dass er immerzu aufreizend langsam mit dem Ball am Fuß laufen würde, um das Leder dann – kurz bevor sein Gegenspieler ihn erreicht – doch abzuspielen. „Unsportlich“ sei das. Pintos Gegenspieler war übrigens Philipp Lahm – wahrscheinlich einer der schnellsten Spieler der Liga. Günther Koch brauchte also keine 90 Minuten, um seine eigene Legende zu pulverisieren. Nach dem Spiel rief mich mein Vater an, um über das eher dürftige Spiel zu sprechen. Nach der kurzen Analyse, erzählte er mir beiläufig, dass er diesen Reporter, von dem er noch nie etwas gehört hatte, unerträglich fand und ihn zur Halbzeit durch die Arena-Ton-Option „Stadionatmosphäre“ ersetzt hatte. Arena – was für ein Geschenk!