Es hätte ein schönes Fußball-Sommerloch werden können, doch die Kandidaten haben versagt. Die ethische Grundsatzdiskussion, ob ein Anbieter von Sportwetten auf den Trikots von Fußballvereinen Platz nehmen darf, ist leider nur halbherzig geführt worden.
Und das geplante Face-Lifting des Ligapokals konnte zwar die Zeit tot aber keine hohen Wellen schlagen. Die Langeweile rund um dieses Turnier bleibt eine Konstante in unserem Leben, auch wenn man sich als Ligapokalsieger eines Tages für eine Qualifikationsrunde qualifizieren kann, nach deren Abschluss sich 17 Qualifikanten für den UI-Cup gegenüber stehen. Die teilnehmenden Mannschaften werden dann wahrscheinlich keinen blassen Schimmer haben, um was es in diesen Begegnungen eigentlich geht. Nur durch die Zauberwörter „internationales Geschäft“ bleiben die einzelnen Spieler trotzdem motiviert.
Doch bevor man sich über 30 verschlungene Pfade irgendwie in den UEFA-Cup mogeln kann, muss man feststellen, dass der Fußball nach seinem WM-Erfolg in diesem Sommer nicht mehr viel zu melden hatte. Der Radsport aber auch die Leichtathletik konnten dagegen mit dem einen oder anderen spektakulären Dopingfall dienen.
Hier stellt sich natürlich direkt die Frage, ob der Fußball mit diesen ganzen schmutzigen Tricks in keinerlei Verbindung steht. Steht er nämlich doch, denn das elementare Prinzip des Doping ist schließlich das des Vorgaukelns. Dem Zuschauer wird etwas suggeriert, was es gar nicht gibt. Das kann der Fußball auch ohne Dopingskandal. Die Spieler täuschen Schmerzen vor, sie fallen, wenn sie noch stehen könnten. Trainer und Reporter reden schlechte Leistungen sehr gut. Marketing-Profis machen aus Stadien Arenen und aus Sitzplätzen Logen. Und von Bestechungsversuchen oder der Serie A wollen wir gar nicht erst reden.
Wir wissen also längst, dass neben Floyd Landis auch der Fußball versucht, uns an der Nase herum zu führen. Nur meistens bleibt die B-Probe des Fußballs trotzdem negativ.

