Es ist ein bisschen so, als würde man mitten im Tanz auf die Pause-Taste der musikalischen Abspielstation drücken, wenn man jetzt nicht in die heimischen Jubelarien einstimmt.
Aber, tatsächlich: Die aller Orten leicht im Wind wehenden Fahnen geben ein hübsches Bild ab. Besonders gut sehen sie aus, wenn neben schwarz-rot-gold auch noch zahlreiche andere Farben zum Vorschein kommen.
Die deutsche Nationalhymne klingt tatsächlich auf einmal wie Musik – vor allem, wenn man die Gewissheit haben kann, dass die Singenden wissen, wie man Begriffe Einigkeit, Recht und Freiheit mit Leben füllen kann.
Der Krampf hat sich aber längst nicht ganz gelöst. Er nervt immer noch, wenn man die furchtbar langweiligen „Sieg“-Sprechchöre vernimmt, oder wenn die spontane Mischung aus Selbstbewusstsein und Weltoffenheit für politische Analysen missbraucht wird.
Egal, schön wäre es, wenn die Mannschaft von Jürgen Klinsmann noch viele Spiele macht, die so vor Leidenschaft und Mut strotzen, wie wir es bis jetzt gesehen haben.
Noch schöner könnte es aber sein, wenn Deutschland auch nach einer Niederlage die neu gewonnene Leichtigkeit bewahrt.

