Wenn in Berlin ein Irrer Amok läuft und mit einem Messer über zwanzig Menschen verletzt, dann vermeldet die TV-Korrespondentin noch vom Tatort erleichtert: „Ein rechtradikaler Hintergrund kann mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden!“ Na dann – Durchatmen, alles ist in bester Ordnung. Die Szene zeigt: Das Land hat Angst vor der rechten Seite und das nicht zu knapp. Diese Feststellung steht nicht unbedingt in ursächlichem Zusammenhang mit der deutschen Nationalmannschaft. Trotzdem ist es irgendwie doch auffällig, dass auch sie ihre größten Probleme gerade auf der defensiven rechten Außenbahn hat.
Dort müht sich nämlich Arne Friedrich so limitiert, dass dem deutschen Fußball-Fan Angst und Bange wird – nicht nur um die rechte Seite, sondern eben um das Wohl der Nation. Was der sonst sympathische Friedrich sich da zusammen kickt, erinnert manchmal gar an das, was der Autor dieses Artikels jahrelang im Trikot des Kreisligisten TSV Stockheim 09 (2. Mannschaft) auf genau dieser Position angeboten hatte – und das war selten gut.
Nun gibt es eine Menge Konzepte gegen die rechten Probleme im Land – auch im Fußball: So sollte zunächst der ostdeutsche Bernd Schneider die leidige Position ansehnlich offensiv interpretieren. Leider war nun alles wieder viel zu offen. Der ehemalige Aachener Torsten Frings scheint alsbald der nächste Kandidat zu sein. Doch der fühlt sich vom Herzen her dem Zentrum verpflichtet und möchte sich in der Beziehung auch gar nicht verbiegen lassen. Den jungen Lahm von links nach rechts zu delegieren, scheint in dessen jungen Jahren unverantwortlich. Die vielleicht beste deutsche Lösung für „Rechts“ sitzt derweil zu Hause. Der dunkelhäutige Patrick Owomoyela wäre vielleicht die Ideallösung gewesen, die rechten Probleme zu lösen. Doch wie gesagt: Der ist nicht dabei. Schade eigentlich!
Bleibt letztlich Arne Friedrich. Der arme Schlacks soll´s richten! Aussichtslos? Nein, nein – denn zum Glück reden wir hier nur über Fußball und da stirbt die Hoffnung halt zuletzt. Vielleicht macht es Friedrich gar nicht schlecht und nach dem WM-Achtelfinal-Aus gegen England, steht Günther Netzer an der Seite von Gerhard Delling und tröstet uns mit der befreienden Erkenntnis: „Eine Schuld der rechten Abwehrseite ist mit absoluter Sicherheit auszuschließen!“


