In dem ganzen Tohuwabohu der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft bleibt vieles verborgen. Skandalöse Sachverhalte werden nicht aufgeklärt, kritische Fragen bleiben ohne Antwort zurück.
Warum, zum Beispiel, sehen viele Rasenflächen der deutschen WM-Stadien in schöner Regelmäßigkeit so aus, als wären sie eine obskure Mischung aus Pfütze und Sandkasten. Kinder hätten dort ihren Spaß, während in der Wirklichkeit so mancher Pass eines normal begabten Fußballers seine eigentliche Bestimmung nicht erreicht. Wann zaubert Jürgen Klinsmann nach dem Schweizer Chef-Scout Urs Siegenthaler und dem amerikanischen Fitnesstrainer Marc Verstegen endlich den schottischen Greenkeeper aus dem Hut, der alle WM-Rasen einem letzten Text unterzieht. Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis ein ausgeklügeltes Ratingsystem darüber entscheiden kann, welche Grashalme dem deutschen „System“ besonders zu Gute kommen.
Niemand scheint sich auch darüber zu wundern, dass mittlerweile jede Kreissparkasse um die Ecke WM-Tickets verlost. Gab es da nicht eine Liste von Sponsoren und Förderern, die exklusiv für diese Aufgabe vorgesehen war? Und jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis man die begehrten Eintrittskarten in einem x-beliebigen Kreuzworträtsel gewinnen kann. Muss ich meine Wahrnehmungsfähigkeit ärztlich untersuchen lassen oder steht diese Entwicklung in einem Zusammenhang mit dubiosen Machenschaften und dem bösen Wort Korruption?
Oder soll ich zusammen mit Franz Beckenbauer auf den Moment warten, in dem es angeblich nur noch um Fußball geht, und in dem der ganze Nebel wie von Geisterhand bewegt von dannen zieht?

