Der Hohenzollernring ist ein sommerliches Meer aus Farben, Licht und Geräuschen. Tausende junger Menschen tanzen in den Straßen, singen Lieder und bewerfen sich wechselseitig mit bunten Flaschen und Getränkedosen.
Beschwingt schreite ich über den Boulevard. Junge Männer in rot-weiß-blauer Kleidung auf der einen-, hübsche, schlanke Skandinavier auf der anderen Seite verstummen angesichts meiner Präsenz , stellen voller Ehrfurcht ihren aufgeheizten Gesang ein. Und als teile jemand das Meer, bildet sich ein breiter Gang, auf dem ich ungehindert gen Horizont flaniere. Angezogen von einem Licht, einer Kraft, die mich magnetisiert. Dann sehe ich sie. Ihr Gesicht so rein, als habe sie sich zeitlebens nur von Ramlösa und Wasa mit Magerquark ernährt.
Als wäre es ein Versehen, berührt sie meine Hand. Das ist der Moment, in dem ich in der Vergangenheit allzu oft kläglich scheiterte, mich mit einem blöden Witz aus der Situation lavierte - doch diesmal ist alles anders. Ich fühle mich ungewohnt sicher, nehme ihre Hand und ziehe sie sanft an mich. Dann küssen wir uns, während Briten und Schweden ein vereintes Spalier bilden und uns zujubeln. Pure Bewunderung, kein Hass und nicht die Spur von Neid schlägt mir entgegen. Die Schweden skandieren: „Limette“, Briten antworten: „Bergamotte“. Ein berauschender Wechselgesang entsteht. Die Welt um uns herum verschwindet. Es gibt nur noch sie und mich. Mit einer Träne im Auge denke ich an André Heller, der sich exakt diese Bilder für die Eröffnungsgala vorgestellt haben wird. Obwohl mein Geruchsinn nach 15jährigem Nasenspray-Abusus weitgehend den Dienst verweigert, erfahre ich, wie überlegen die frische Fragrance aus Limette und Bergamotte dem maskulinen Mix aus Schweiß und Kotze ist. Danke, Guido Schmitt*.
Info:
*„Der Duft zur FIFA WM 2006TM“
Firma ars Parfum GmbH, Komödienstr. 56-58, 50667 Köln
Lizenznehmer des offiziellen Duftes zum 2006 FIFA World Cup™
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