Zweifellos. Horst Köppel ist ein sympathischer Mann. Das unterscheidet ihn, zumindest auf den ersten Blick, von Peter Pander. In einem deutsch-britischen TV-Drama wäre Pander der verschlagen-skrupellose Pferdehändler, während Köppel in der Rolle des humorvoll zahmen Großvaters, gemeinsam mit seinem achtjährigen Enkel, die Ehe seiner Kinder durch Einfühlungsvermögen und List kitten würde.
Im richtigen, oder sollten wir sagen, im anderen Leben startete Köppel mit einem 2:0 Heimsieg über Bayern München und endete mit einem 2:0 Auswärtssieg in Frankfurt. Die Zwischenzeit verbrachte Köppel damit, sich mithilfe der Medien in eine Art Opferrolle zu manövrieren. Letzten Endes wird ihm diese Serie kleiner Illoyalitäten die Option versperrt haben, in den Vorstand weggelobt zu werden.
Das wöchentliche Interview-Theater war dagegen von Erfolg gekrönt. Die Zeitungen werden in den nächsten Tagen von den Mechanismen des Geschäfts sprechen, und mit einem bisschen Glück wird der lustige Peter Neururer öffentlich Würde und Menschlichkeit reklamieren.
Den Borussia-Fans, zumindest denen, die ihre Augen nicht gänzlich verschlossen haben wird nicht entgangen sein, wie peinlich Köppel nach einem Tor Wesley Soncks in Nürnberg um „High Five“ bettelte, um nach dem 2:5 von einer unglücklichen Niederlage zu sprechen. Man wäre immer noch im Soll und habe das Ziel, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen, erreicht. In diesen Momenten hat man sich gewünscht, jemand würde den verwirrten, netten Mann nach Hause begleiten.
Ausgerechnet der böse Pferdehändler hat sich gestern dazu bereit erklärt. Dazu gebührt ihm Annerkennung und Respekt. Wenn das kein Gefühl für Würde und Menschlichkeit beweist.


