Einer der häufigsten Vorwürfe, den man sich als Fan des 1. FC Köln anhören muss, lautet in etwa so: „Ihr träumt doch direkt vom UEFA-Pokal, wenn ihr mal ein oder zwei Spiele gewinnt.“ Genau so ist es, und deshalb bietet auch diese Saison noch ungeahnte Möglichkeiten.
Innerlich wissen wir zwar, dass der erneute Abstieg nicht mehr zu vermeiden ist. Aber die Realität, die wir ständig akzeptieren sollen, schreckt uns nicht mehr als eine Telefonrechnung, die ungewöhnlich hoch ausgefallen ist. Abends singen wir trotzdem in bester Laune Lieder, deren Inhalt zuweilen nicht mal das intellektuelle Niveau eines „Express“-Artikels übersteigt.
Den Größenwahnsinn, der uns vorgehalten wird, haben wir längst zum Prinzip gemacht. Sollen die anderen ruhig glauben, dass es im Fußball nicht auch um Ironie und Augenzwinkern geht. Jeder der altbekannten Vorwürfe bestärkt uns darin, so zu bleiben, wie wir sind. „Ihr seid nur ein Karnevalsverein.“ Aber gern. Und irgendwann kommt der Tag, an dem wir den gegnerischen Fans mit einem kräftigen: „Cologne, Cologne – die coole Scheiße vom Dom“ den Wind aus den Segeln nehmen.

