„...machst mit ´nem Doppelpass jeden Gegner nass.“ Wenn man sich schon im popkulturellem Umfeld bewegt, muss an dieser Stelle die berühmte Songzeile von Herbert Grönemeyer zumindest eine Erwähnung finden. Auch wenn der damals angesprochene VfL Bochum inzwischen weniger durch Spielkultur als viel mehr durch Verwicklungen in Steuerhinterziehungsgerüchte und eine übertriebene Treue zum falschen Trainer von sich reden macht. Und auch wenn so mancher Doppelpass in seiner Struktur eine größere Raffinesse besitzt als so mancher Text und so manche Melodie des oben zitierten Musikers.
Ansonsten durchdringt mich der Doppelpass immer wieder als Antwort auf die Frage: „Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?“ Abwehrbollwerke defensiv eingestellter Mannschaften sehen sich mit vielen Bemühungen der gegnerischen Mannschaft konfrontiert: mit Fernschüssen, Flügelspiel und Flanken aus jeder nur erdenklichen Position. Der Doppelpass kommt eher selten zum Zug. Vielleicht weil er von den zwei beteiligten Spielern gewisse technische Grundfertigkeiten verlangt. Vielleicht weil der Fußballspieler an sich aber auch gerne in die Ferne schweift, und wenn das Gute noch so nahe liegt.
Dabei ist es doch der Doppelpass, der wie ein riesiger Leuchtturm an die besten Zeiten des deutschen Fußballs erinnert. An das Jahr 1972, als „Die Sendung mit der Maus“ geboren wurde und der doppelte Pass für die Herren Beckenbauer, Müller und Netzer ein Kinderspiel gewesen ist.
Heute ist der Doppelpass manchmal zur Metapher verkommen, die dazu dient flinke Wortwechsel oder sonstige Kommunikationsformen zu beschreiben. Oder man denkt unweigerlich an eine Sportsendung im DSF, in der es viele Getränke aber nur wenig erhellende Momente gibt.
So war das alles nicht gedacht, eigentlich wollte der Doppelpass nur Name sein für diese Grundidee: „Zack, zack, zack und...Tor!“
Okay, das mit dem Tor ist eine andere Geschichte, dazu später mehr.

