Ein bisschen war der 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga die logische Fortsetzung der WM-Auslosungsshow. Langatmig und zäh das Ganze, aber zum Glück blieben am Ende Ergebnisse übrig, mit denen man etwas anfangen kann.
Analogien auch an anderen Orten. Wenn man sich zum Beispiel den überaus durchschnittlichen Deutschland-Imagefilm von Regisseur Wolfgang Becker in Erinnerung ruft, kann man Partien wie Wolfsburg-Stuttgart oder Duisburg-Bielefeld von jetzt an als typische „Ballero“-Spiele bezeichnen. Hüben wie drüben (ja, Heribert Fassbender wäre immer noch besser als Reinhold Beckmann gewesen) wurde viel mit dem Ball angestellt, ohne dass auch nur ein einziger Funke auf den Zuschauer übersprang.
Bemerkenswerter sind aber andere Dinge. Staunend stellen wir fest, dass ein Fußball-Fachmann wie Ralf Rangnick trotz guter Arbeit und noch besserer Punktausbeute bald wieder ohne Verein da steht. Auch weil die Boulevardzeitung schlechthin ihn nie in Ruhe lassen konnte. Sie lässt lieber Experten wie Paul Breitner zu Wort kommen, der ein 6:0 von Deutschland im WM-Eröffnungsspiel (!) gegen Costa Rica für eine ausgemachte Sache hält. Danach werden Ecuador und Polen mit 3:0 weggeputzt. Im Achtelfinale ist dann alles möglich, vielleicht auch, dass der Breitner Paul wieder nüchtern wird.

