Warum wir Nachrufe lieben

Nachrufe sind ein besonderes journalistisches Format. Sie zeichnen die großen Linien im Leben eines Menschen nach. Hin und wieder geistert der Mythos durch die Szene, dass viele Redaktionen Nachrufe einfach aus der Schublade ziehen können, wenn es soweit ist. Vorratsnachrufspeicherung also.

Es ist nicht so, dass uns der Tod fasziniert. Ehrlich gesagt haben die meisten von uns eine Scheiß-Angst davor. Es ist aber sehr sehr reizvoll, Biografien bis zur Jetztzeit nach- und schliesslich auch zu Ende zu erzählen.

Wir tun das mit allem notwendigen Respekt vor dem Tod – und mit allerhöchstem Respekt vor unseren Protagonisten. Hier bekommt lange nicht jeder Dahergelaufene einen Nachruf. Er sollte sich vielmehr wie ein posthumer Ritterschlag zu Lebzeiten anfühlen.

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