Vier gespinnt

Vier gespinnt

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Große Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus, aber jetzt kommt Licht ins Dunkel. Wir haben vier der wichtigsten Sportveranstaltungen mal unter die Lupe genommen und dabei nicht wirklich näher betrachtet.

Handball-EM in Polen im Januar

Falls es einen europäischen Handballverband gibt, zeigt er der FIFA immer wieder, was eine Harke ist. Beziehungsweise, wie man negative Schlagzeilen vermeidet. Handball-Funktionäre sind nämlich dazu verpflichtet, sich immer wieder einen neuen Modus für die internationalen Turniere auszudenken. Wie viele Zwischenrunden gibt es bis zum Finale? Warum sollen sich Gruppenletzte nicht auch noch über die Trostrunde für das Endspiel qualifizieren? Wer sich mit solchen Fragen beschäftigt, kommt nicht dazu, Geldsummen hin und her zu schieben. Schade allerdings: Für die EM in Polen hat die dortige Regierung ein Gesetz erlassen, nach dem Tore nur von Rechtsaußen erzielt werden dürfen.

Football: Super Bowl in Santa Clara im Februar

Viele Sportarten genießen in Deutschland mittlerweile ein äußerst großzügiges Asylrecht. Mittlerweile sind sogar Darts- oder  Snooker-Wettkämpfe in Fangemeinden aufgenommen wird, aber auch American Football ist fast schon im Mainstream angekommen. ran überträgt Spiele der NFL im TV und der Super Bowl feiert seinen 50. Geburtstag. Das ist übrigens so etwas wie der El Clasico des Spiels mit wechselnden Teams. Wie viele „Fans“ die Regeln des American Football fehlerfrei erklären können, ist nicht bekannt. Aber ein lockeres „Go, Kurzname des NFL-Teams, Go“ als Facebook-Post oder Tweet kriegen die meisten locker hin.

Fußball: Euro 2016 in Frankreich ab Juni

Die Europameisterschaft ist groß geworden. Zumindest größer als sie jemals zuvor war. Gestandene Männer werden nun wieder einmal mit der Erkenntnis konfrontiert, dass es doch nicht immer auf die Größe ankommt. Dafür aber auf die Kleinen, denn davon spielen nun ein paar mit, obwohl es sie eigentlich gar nicht mehr gibt. Man sieht, es wird eine komplizierte Veranstaltung.

Olympische Spiele in Rio de Janeiro im August

Olympia in Rio bedeutet vor allem, dass wir mit einem ziemlich eingängigen aber schrecklichen Sommerhit rechnen müssen. Irgendwas zwischen Ricky Martin und „Macarena“. Eine Art „Ein Hoch auf uns“ in lateinamerikanischer Rhythmik und Sportgymnastik.

Der Zeitunterschied zu Rio beträgt übrigens nur drei Stunden. Man wird sich also leider keine Nacht um die Ohren schlagen müssen. Stattdessen sind wir ganz wach, wenn Alexander Bommes völlig euphorisiert versucht, einen deutschen Bronzemedaillengewinner im Taekwondo zum Reden zu bringen.

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Arne Jens war eigentlich schon immer Autor. Bereits mit sechs Jahren verfasste er erste Bundesliga-Tabellen, die er sich alle mühsam zusammen gewürfelt hatte. Texte im footage-Magazin pflastern seit 2004 seinen Weg. Die Krönung: Eines seiner Machwerke erschien auch im Geißbock-Echo. Und ein paar Kurzgeschichten schafften es immerhin in die Bücher von Sascha Theisen.

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